Flammen schlagen aus dem Dachstuhl

    Großeinsatz der Feuerwehr Hiddenhausen  20250216 214945

    Hiddenhausen. Am späten Sonntagabend (16.02.2025) stand im Ortsteil Oetinghausen der Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses in Flammen. Ein Großaufgebot der Feuerwehr Hiddenhausen, das von Kräften der Hauptamtlichen Wache Herford unterstützt wurde, übernahm die Löscharbeiten. Rund 70 Einsatzkräfte waren bis in die frühen Morgenstunden hinein im Einsatz. Da das Gebäude zum Unglückszeitpunkt leer stand, wurde niemand verletzt. Der Sachschaden ist allerdings immens.

    Gegen 21.20 Uhr erreichen die Leitstelle in Hiddenhausen-Eilshausen gleich mehrere Notrufe. Passanten und Anwohner berichten, dass aus dem Haus an der Engerstraße, der Hauptverbindung zwischen Herford und Enger, Rauch aufsteige. Der Disponent löst umgehend Großalarm (Feuer Stufe 3) für die Feuerwehr Hiddenhausen aus.

    Beide Löschzüge der Großgemeinde eilen mit allen verfügbaren Kräften zur Einsatzstelle. Die liegt genau an der Gemeindegrenze zur Stadt Herford. Deshalb rückt der Löschzug der Hauptamtlichen Wache Herford ebenfalls aus. Als die ersten Feuerwehrleute  vor Ort eintreffen, schlagen die Flammen bereits meterhoch aus dem Dachstuhl und erhellen den abendlichen Himmel.

     

    An der Engerstraße in Oetinghausen brennt der Dachstuhl eines Mehrfamilienhauses.

    Innenangriff ist zu gefährlich

    Zunächst ist die Lage unklar. „Möglicherweise sind noch Menschen im Gebäude“, befürchtet Einsatzleiter Bernd Gante. Die Angriffstrupps rüsten sich deshalb mit Atemschutzgeräten aus und bereiten sich darauf vor, die Innenräume  zu durchsuchen. Der Hauseingang zur Hofseite wird gewaltsam aufgebrochen, da niemand öffnet. Zwei Rettungswagenbesatzungen, Notarzt und Leitender Notarzt (LNA) sowie der Organisatorische Leiter Rettungsdienst (OrgL-RD) stehen für den Ernstfall bereit. Doch schnell gibt es Entwarnung. Die Polizei ermittelt, dass in dem Gebäude keine Personen gemeldet sind. Nachbarn bestätigen, dass die neuen Eigentümer in den zurückliegenden Wochen mit der Sanierung der Wohnungen begonnen hätten. Gerüstbauteile, die unter einem Carport lagern, Minibagger und Mulde, die im Hof abgestellt sind, bestätigen die Darstellung. Gante ist erleichtert, dass seinen Leuten ein Innenangriff erspart bleibt. „Das wäre aufgrund der Brandausbreitung sehr gefährlich geworden!“


    Zahlreiche Einsatzkräfte übernehmen die Löscharbeiten.

     

    Schwierige Löscharbeiten 

    Vermutlich hat das Feuer bereits seit geraumer Zeit in dem Haus geschwelt. „Die Thermik hat dazu geführt, dass jetzt der komplette Dachstuhl im Vollbrand steht“, sagt stellvertretender Kreisbrandmeister Holger Klann, der ebenfalls vor Ort ist.  So bleibt den Feuerwehrleuten nur die Brandbekämpfung im Außenangriff. Die beiden Drehleitern 23/12 (DLK 23/12) aus Herford und Hiddenhausen werden auf der Engerstraße in Stellung gebracht.  Von den  Leiterkörben  aus wird der Brand mit Wasserwerfern (Monitoren) aus der Luft bekämpft.  Weitere Trupps gehen am Boden mit Hohlstrahlrohren in Stellung. Ein Schornstein, der jederzeit einstürzen kann, ragt mittlerweile freistehend aus den verkohlten Dachbalken. An einer Stelle hat sich das Mauerwerk durch die Hitze nach außen gewölbt. Die verschachtelte Bauweise des Mehrfamilienhauses erschwert die Löscharbeiten zusätzlich. Es wurde im Laufe der Zeit offensichtlich mehrfach erweitert. Das Haupthaus verfügt nur zur Straßenseite über einen Giebel mit Fenstern im Obergeschoss, während zur Hofseite ein Walmdach vorhanden ist. Der Anbau ist hingegen zur Straßenseite mit Flachdach und zur Hofseite mit Satteldach versehen. Die Feuerwehrleute  haben deshalb Probleme, den ausgedehnten Dachstuhlbrand, der weiterhin an mehreren Stellen lodert, in den Griff zu bekommen. Um die Wasserversorgung sicherzustellen wird ein Unterflurhydrant, der sich direkt vor dem Hauseingang befindet, angezapft. Rund 200 Meter lange Schlauchleitungen führen zudem zur Birkenstraße und in die entgegengesetzte Richtung zum Rigteweg (Herford Herringhausen), wo ebenfalls Hydranten in Betrieb genommen werden.  Das Wechsellader-Fahrzeug der Kreisfeuerwehrzentrale mit dem Abrollbehälter „Wasser“ (WLF mit AB „Wasser“) dient als Löschwasserpuffer.

    Da die Außentemperatur mittlerweile unter den Gefrierpunkt gesunken ist, wärmen sich die Feuerwehrleute während der Pausen in einem beheizten Zelt auf. Auslaufendes Löschmittel sorgt zudem für Glattgeis, dem die Ehrenamtlichen mit Streusalz entgegenwirken. Gegen Mitternacht meldet Einsatzleiter Gante „Feuer unter Kontrolle“. Doch erst in den frühen Morgenstunden können die Einsatzkräfte die letzten Glutnester ablöschen. Die Engerstraße bleibt für die Dauer der Löscharbeiten voll gesperrt. Nachdem die Feuerwehrkräfte abgerückt sind, übernehmen Brandermittler der Polizei die Untersuchungen zur Brandursache.


                                                                                                                              Von Jens Vogelsang

                                                                                                                              (Text u. Fotos)        

       

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    Aus dem Korb der Drehleiter wird der Brand mit dem Monitor bekämpft.

     

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    Der Rettungsdienst steht für den Notfall bereit.

     

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    Die Wehrleute nehmen im Außenangriff mehrere Hohlstrahlrohre vor.


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    Die Koordination des Einsatzgeschehens erfolgt im Einsatzleitwagen 1.

     

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    Im Abrollbehälter „Wasser“ (r)  wird das Löschwasser gepuffert.

     

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    Während der Pausen können sich die Einsatzkräfte in einem Zelt aufwärmen.

        

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