Einsatz an der Oberen Ringstraße 
Hiddenhausen. Ein Baggerfahrer hat am Montagmorgen (11.08.2025) einen Einsatz der Feuerwehr ausgelöst. Der Mann beschädigte bei Erdarbeiten auf einem Grundstück an der Oberen Ringstraße in Lippinghausen eine Gasleitung. Durch das Leck strömten größere Mengen Erdgas in die Umgebung. Zeitweise bestand Explosionsgefahr. Feuerwehr und Polizei sperrten den Bereich weiträumig ab. Mehrere Häuser wurden vorsorglich evakuiert.
Um kurz vor 11 Uhr war der Arbeiter im Vorgarten des Zweifamilienhauses mit Erdarbeiten beschäftigt. Dann passierte ihm das Missgeschick: Die Schaufel seines Minibaggers verhakte sich in der Hausanschlussleitung, die daraufhin zerriss. Das Erdgas strömte mit einem deutlich hörbaren Rauschen ins Freie. Typischer Gasgeruch breitete sich aus. Ein Bewohner, der sich zum Zeitpunkt des Unglücks mit seinem Baby in dem Haus aufhielt, handelte sofort: Mit dem Kind auf dem Arm und dem Familienhund an der Leine ergriff er die Flucht. Die Kreisleitstelle löste um 10.55 Uhr Alarm aus. Unter dem Stichwort „Gasaustritt Stufe 2“ wurden die Löschzüge Schweicheln-Bermbeck und Eilshausen in Marsch gesetzt. Kräfte der Hauptamtlichen Wache Herford und der ABC-Einheit Herford rückten ebenfalls aus. Wegen der unklaren Lage wurden zudem Notarzt und Rettungswagen nach Hiddenhausen beordert.

An der Oberen Ringstraße tritt Erdgas aus, nachdem ein Baggerfahrer eine Hausanschlussleitung beschädigt hat.

Ein Trupp rüstet sich mit Atemschutzgeräten aus.

Feuerwehrleute laufen von Haus zu Haus, um Kontrollmessungen durchzuführen.
Die Einsatzkräfte sperrten den betroffenen Bereich sofort weiträumig ab. Sechs Häuser, die sich in unmittelbarer Nähe der Unglücksstelle befanden, wurden geräumt. „Die Bewohner zeigten sich sehr einsichtig“, sagte Einsatzleiter Fabian Stadelmann. Sie warteten geduldig an der Milchstraße, wo sie von Feuerwehrleuten betreut wurden. Erdgas bestehe hauptsächlich aus Methan, erklärte Stadelmann. Der Stoff sei leicht entzündlich und könne zusammen mit der Umgebungsluft ein explosives Gemisch bilden. „Ein Funke genügt unter Umständen, um eine Explosion auszulösen“, warnte der Einsatzleiter. Die Einsatzkräfte gingen deshalb sehr vorsichtig vor. In der Umgebung herrschte absolutes Rauchverbot. Auch der Betrieb von Funkgeräten und Mobiltelefonen wurde untersagt. Sicherheitshalber bauten die Wehrleute einen Löschangriff auf, um bei einer Explosion sofort eingreifen zu können.
Ein Trupp rüstete sich mit Atemschutzgeräten aus, um die Gaskonzentration im Gebäude zu messen. Im Keller warnte das Messgerät vor einer deutlich erhöhten Gaskonzentration. Fabian Stadelmann beruhigte: „Das Methan-Luft-Gemisch ist zu fett, um zu explodieren“. Mittlerweile war ein Mitarbeiter der Stadtwerke Herford vor Ort. Er quetschte die Gasleitung mit Spezialwerkzeug ab und schloss so das Leck provisorisch. Da Methan leichter ist als Luft, verflüchtigte sich der Stoff im Außenbereich sehr schnell. Lüftungsmaßnahmen, die von den Feuerwehrleuten mit einem elektrisch betriebenen Überdruckbelüftungsgerät durchgeführt wurden, führten dazu, dass die Gaskonzentration auch im Keller des Wohnhauses schnell sank. Um 12.15 Uhr gab Einsatzleiter Stadelmann Entwarnung. Die Bewohner der umliegenden Häuser konnten in ihre Wohnungen zurückkehren, nachdem vorsorglich durchgeführte Kontrollmessungen keine Auffälligkeiten ergeben hatten. Um 13.30 Uhr bestand in dem direkt betroffenen Zweifamilienhaus ebenfalls keinerlei Gefahr mehr, sodass die Feuerwehr, die mit 40 Wehrleuten im Einsatz war, abrückte. Die Mitarbeiter der Stadtwerke Herford hatten zu diesem Zeitpunkt bereits mit den Reparaturarbeiten an der Gasleitung begonnen.
Von Jens Vogelsang
(Text u. Fotos)












