Übung des Löschzugs Schweicheln-Bermbeck Hiddenhausen. Leider kommt es auf den Straßen im Kreis Herford immer wieder zu schweren Verkehrsunfällen. Menschen werden verletzt und manchmal sogar in ihren Fahrzeugen eingeklemmt. Dann sind die Einsatzkräfte gefordert: Während Notärzte und Notfallsanitäter die medizinische Versorgung der Verletzten übernehmen, kümmert sich die Feuerwehr um die technische Rettung. Ein solches Szenario hat der Löschzug Schweicheln-Bermbeck am Dienstagabend (25.08.2026) trainiert.
Gegen 19 Uhr bringt die Übungsleitung zwei Schrottautos, einen beigefarbenen Nissan Micra und einen dunkelblauen Mazda 2, auf der Straße Im Bohnenkamp in Stellung. Die Kleinwagen werden dabei so positioniert, als wären sie mit voller Wucht seitlich kollidiert. Der Nissan-Fahrer und der Beifahrer des Mazdas, sie werden von lebensgroßen Puppen dargestellt, haben sich bei dem Crash schwere Verletzungen zugezogen, so die angenommene Lage. Sie können sich nicht selbst befreien und warten nun auf Hilfe. Unter dem Stichwort „Einsatz dringend – VU (für Verkehrsunfall) – Person eingeklemmt“ wird die Mannschaft des Löschzugs alarmiert. Vom nahen Gerätehaus an der Bahnhofstraße rücken beide Hilfeleistungslöschfahrzeuge (HLF) und der Gerätewagen-Logistik aus.

Zwei Kleinwagen sind auf der Straße Im Bohnenkamp kollidiert. Die Feuerwehr ist schnell zur Stelle, um Technische Hilfe zu leisten. Glücklicherweise handelt es sich nur um eine Übung.
Torge Brüning, Leiter des Löschzugs, übernimmt vor Ort die Einsatzleitung. Schnell ist klar: Die PKW-Insassen haben sich am Rücken verletzt, es besteht aber keine Lebensgefahr. Zu allem Übel sind die Autotüren verklemmt. „Wir leiten deshalb die schonende Rettung der Patienten ein“, sagt Brüning, der sich bei einem echten Notfall eng mit dem Notarzt abstimmen müsste. In einem ersten Schritt werden beide Fahrzeuge mit Keilen gegen Wegrollen gesichert und dann mit Rüsthölzern unterbaut bzw. stabilisiert. Der Arm des Micrafahrers hängt aus dem Seitenfenster und ist zwischen Tür und Kühler des Mazdas eingeklemmt. Mit einem pneumatischen Hebekissen können die Wehrleute dieses Problem schnell lösen. Anschließend übernimmt die Mannschaft des HLF 1 unter Leitung von Gruppenführer Patrick Flachmeier die Rettung des Mannes. Die Wehrleute entfernen zunächst die Windschutzscheibe mit einer Glassäge. Dann wird das Dach des Kleinwagens mit einer hydraulischen Schere abgetrennt. Beim Schneiden der Blechteile ist Vorsicht geboten: „Gurtstraffer und Seitenairbags sind mit kleinen pyrotechnischen Sprengsätzen versehen, die hinter den Seitenverkleidungen verborgen sein können“, erklärt Brüning. Standardisierte Rettungskarten oder Rettungsdatenblätter, die es für nahezu jedes Fahrzeug gibt, zeigen den Wehrleuten, wo die Gefahren lauern. Mit einem Rettungsbrett (Spineboard) wird der „Verletzte“ schließlich achsengerecht durch die Kofferraumklappe nach draußen getragen.

Die Feuerwehrleute nehmen hydraulisches Rettungsgerät vor.
Währenddessen hat die Besatzung des HLF 2 - sie steht unter dem Kommando von Gruppenführer Nicholas Jost - auf der Beifahrerseite eine sogenannte große Befreiungsöffnung geschaffen. Die Türen und die B-Säule haben die Wehrleute dafür mit dem hydraulischen Spreizer und der Hydraulikschere entfernt. Auch hier wird der Patient im Anschluss mit dem Spineboard in Sicherheit gebracht. Andere Feuerwehrleute sichern derweil den Brandschutz mit Schnellangriff und Feuerlöscher. Nach 30 Minuten sind beide Personen befreit und an den Rettungsdienst, der bei dieser Übung allerdings nur fiktiv vor Ort ist, übergeben. Fabian Stadelmann, stellvertretender Leiter der Feuerwehr Hiddenhausen, hat das Szenario als Übungsbeobachter begleitet. Er ist zufrieden: „Der Einsatzleiter und die Gruppenführer der beiden Hilfeleistungslöschfahrzeuge haben jeden Schritt der beiden technischen Rettungen genau abgestimmt.“
Um kurz vor Mitternacht rückt der Löschzug schließlich noch zu einem echten Notfall aus. Die Feuerwehrleute unterstützen den Rettungsdienst bei einem medizinischen Notfall und leisten Tragehilfe.
Jens Vogelsang
(Text u. Fotos)















